Wer hat denn den Thread als wichtig markiert?

Egal, geht weiter:
Nachdem ich Euch jetzt meine Zeit als Anfänger beschrieben habe,werde ich jetzt kurz das Training der nächsten Jahre skizzieren, bevor wir zu den wirklich interessanten Themen kommen.

Bestandsaufnahme nach 1,5 Jahren Training- im Herbst 1984 ( da waren viele von euch noch nicht mal geboren!):
Körpergröße: Immer noch 1,78 (komisch, verändert sich nicht)
Gewicht: 87 kg
KFA: ganz i.O.- auf jeden Fall niedriger als zu Trainingsbeginn
Maximalleistung BD: 105kg
Bis dahin habe ich fast die meiste Zeit allein trainiert, denn mein Freund, mit dem ich das Training aufgenommen hatte, konnte für BB nicht den richtigen Ehrgeiz entwickeln.
Kommen wir mal zum Thema Genetik: Mein Freund hatte mit Sicherheit gute Voraussetzungen, er war ein Stückchen größer als ich ( aber nur ein kleines Stückchen!!!), er wog schon untrainiert zwischen 90 und 95 kg- ohne dabei fett zu sein- er interessierte sich genausowenig wie ich für die üblichen Schulsportarten ( bei Waldläufen hechelten wir Zwei immer hinter der Gruppe her), aber er war sehr schnell und vor allem sehr schnellkräftig.
Ich kann mich noch erinnern, wie er unseren Lehrer auf dem Sportplatz bei der Leichtathletik nahezu in den Wahnsinn getrieben hat:
Beim 100m- Lauf hat er jedes mal den Start verpennt, kam trotzdem als Erster durchs Ziel und erreichte mühelos Zeiten unter 12 Sekunden.
Beim Kugelstoßen stieß er die Kugel ohne jegliche Technik auf über 13m , nur um dann anschließend den Versuch ungültig zu machen, indem er nach vorne aus dem Kreis austrat.
Für BB hätte er mit Sicherheit gute Voraussetzungen gehabt, aber das Training hat ihm keinen Spaß gemacht, so wie mir.
Und sich mit Lebensmitteln vollzustopfen, die ihm überhaupt nicht schmecken, war sowieso nicht seine Sache.
Er hat dann kurz danach mit Football begonnen und hat diesen Sport auch noch jahrelang betrieben. Aber im BB war ich schon nach kurzer Zeit weiter als er.
Nachdem ich nun anderthalb Jahre alleine trainiert hatte, was an sich kein Problem war,da im Studio immer genug Leute waren, die einem mal eben Hilfestellung leisten konnten- Und die auch wußten, was zu tun war- begann ich nun mit meinem ersten Trainingspartner regelmäßig gemeinsam zu trainieren.
Armin war ca 8 oder 9 Jahre älter als ich und hatte schon deutlich mehr BB - erfahrung.Und natürlich auch viel mehr Muskeln.
Er hatte allerdings auch ein handycap- seine künstliche Hüfte, die Folge eines Unfalles im Teenageralter.
Wir haben ca die nächsten 2,5 Jahre zusammen trainiert und ich habe in dieser Zeit sehr viel über Training gelernt ( Natürlich nur Oberkörpertraining; mein Beintraining mußte ich alleine durchziehen, das ging mit seiner Hüfte nicht).
Nichtsdestotrotz trainierten wir so hart wir konnten nach dem am Anfang beschriebenen Schema, konnten ständig die Trainingsgewichte steigern und machten an sich ganz gute Fortschritte.
Armin hatte sich auf einige Übungen nahezu spezialisiert, so daß er recht beachtliche Gewichte bewegen konnte ( Beispiel: 5 Klimmzüge mit 70kg Zusatzgewicht und Nackendrücken mit der Langhantel 110kg mit 8-10 WHs- wobei die Hantel am unteren Punkt den Nacken berührte).
Aber das Wichtigste waren für ihn nicht die schieren Trainingsgewichte, sondern daß man auch beim Training den Muskel spürt, denn wir sind keine Kraftdreikämpfer, sondern Bodybuilder!