Ungefähr bis zum Frühjahr 1987 haben wir gemeinsam trainiert, danach hatte er aufgrund beruflicher Probleme erst nur noch unregelmäßig und dann gar keine Zeit mehr, so daß ich dann bis Ende des Jahres alleine trainierte.
Das Training hatte sich im Prinzip nicht verändert, sondern blieb vom Schema immer noch so, wie es am Anfang war, es wurde nur deutlich intensiver. Denn wenn man jemanden hat, der einem noch deutlich überlegen ist, und einem auch noch etwas neues beibringen kann, macht man, wenn man motiviert ist, ganz automatisch Fortschritte meiner Meinung nach.
Am Ende dieser Zeit sahen meine Daten folgendermaßen aus:
Körpergröße: Immer noch 1,78 ( komisch, ich wachse nicht mehr!)
Gewicht: Ca 110kg
KFA: Der war jetzt deutlich gestiegen, da ich inzwischen nicht nur mein Training, sondern auch meine Ernährung "intensiviert" hatte.
Das heißt im Klartext: Ich hatte einfach die Kohlenhydratmenge deutlich gesteigert, zusätzlich zu dem am Anfang beschriebenen EP aß ich Unmengen von Nudeln, Reis und Vollkornbrot und besuchte auch deutlich häufiger als am Anfang MacDonalds- unregelmäßig 2,3x im Monat.( In dieser Zeit bekam ich den Spitznamen "Mäc"- was darauf zurückzuführen war, daß ich mal unter Zeugen 12 BigMäcs nacheinander verdrückt habe

).
Gesunde Fette waren in meiner Ernährung immer noch nicht vorhanden, als Supps gabs mittlerweile Bierhefe und Vitamin E-Kapseln.
Im Bankdrücken benutzte ich 125-130kg als Trainingsgewicht, Maximalgewicht waren 140kg.
Der Oberarmumfang lag bei 47,5cm.
Das war aber alles in unserem Studio eigentlich eher Durchschnitt von den Leuten, die intensiv trainierten.
Nachdem ich mich jetzt in einen breiten, aber recht unförmigen Klopps verwandelt hatte, kam der Einberufungsbefehl zur Bundeswehr- gerade zur rechten Zeit. Anfang 1988 mußte ich zur Grundausbildung nach Bruchsal.
Für die nächsten 3 Moante war nicht nur kein Training möglich, auch die Ernährungslage wurde sehr "kritisch".Das Essen beim Bund war - nicht nur meiner Meinung nach- einfach

, so daß ich mich die nächsten Monate die Woche über nur von den nach dem WE mitgebrachten Lebensmitteln ernährte, als da wären:
Magerquark
Ein wenig Müsli
Haferflocken
Ein paar Äpfel
Untergebracht wurde das Ganze in dem Spindfach für Privatsachen- wer beim Bund war, kennt das. Der Quark hat sich gerade so bis Freitag mittags ohne Kühlung gehalten- ab und an auch nicht so ganz....

Nach den 3 Monaten Grundausbildung wurde ich dann heimatnah versetzt und konnte wieder jeden Abend trainieren. Das war aber auch dringend nötig!!!
Denn ich hatte neben dem überschüssigen Körperfett auch fast sämtliche Muskeln verloren. Ich wog jetzt nur noch knapp über 80kg und sah dementsprechend erbärmlich aus- und fühlte mich auch so!
Die nächsten anderthalb Jahre war also mein einziges Ziel, die verlorenen Muskeln wiederzuerlangen und aufzustocken, aber ohne mich dabei wieder in einen Sumoringer zu verwandeln!
Das ist mir dann auch recht gut gelungen. Im Herbst 1989- also gut 6 Jahre nach Trainingsbeginn- hatte ich die beste Form meiner "Bodybuildingkarriere":
Körpergröße: Schon wieder 1,78m!
Gewicht: 92,5kg
KFA: Keine Ahnung, aber bei guter Beleuchtung konnte man die Bauchmuskeln deutlich erkennen
Bankdrücken: Trainingsgewicht 140-145kg, Maximalleistung: 155kg 3x
Oberarm 46,5cm- aber diesmal mit erkennbarem Bizeps und Trizeps und mit Ader auf dem Bizeps.
