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  1. #1

    Frage Kraftstation für den Anfang

    Hallo,

    ich würde gerne wieder mit Bodybuilding beginnen. Bin allerdings 41 Jahre und in untrainiertem Zustand.

    Als junger Mann habe ich viel an einer Hantelbank trainiert, was halt auf einer Hantelbank mit Lang-, Kurzhantel und Beincurl so möglich war. Habe damals auch Eiweiß zugeführt. Das war in den 90ern. Gab sogar recht nette Ergebnisse. Daneben sechs Jahre Kickboxen.

    Danach kam chronische Krankheit (Autoimmunerkrankung, Cortison, Immunsuppressiva, Osteoporose, 2016 dann zwei Monate künstl. Koma, Multiorganversagen). Nun der jetzige Stand ist, dass die Erkrankung vermutlich weg ist, keine Medikamente seit zwei Jahren, Organe laufen alle wieder, nur die Osteoporose ist geblieben (keine leichte). Das Problem war/ist, dass während dem Koma die Muskelmasse so stark abbaute, dass nach dem Aufwachen nicht mal mehr das drücken einer Taste auf der TV-Fernbedienung möglich war. Mit beiden Daumen mit voller kraft runter gedrückt. Musste die Muskulatur quasi von Null aufbauen, um überhaupt Hand heben zu können, zu sitzen, zu gehen.

    Jetzt gehe ich ganz normal. Ohne Krückstock - den nutzte ich eine Weile als Sicherheit wegen dem Gleichgewicht.

    Leider haben die Nerven in den Unterschenkeln und Füßen einen Schaden abbekommen, so dass ursprünglich der Fußheber gar nicht funktionierte. Jetzt kann ich da wieder alles bewegen. Aber vom normalen alltäglichen gehen und den normalen Bewegungen, da trainiert man Muskulatur nicht auf. Auch nicht die, die man vor so einem künstlichen Koma hatte.

    Deshalb wollte ich erst mal meine Muskulatur in den Zustand eines normalen Menschen zurecht-trainieren und dann mit dem Bodybuilding anfangen - natürlich aufpassen wegen der Gewichte mit der Osteoporose.

    Mit Ärzten ist alles abgeklärt - oder in anderen Worten - kann man wenig Hilfe erwarten. Die meinen, ich soll machen was ich mir zutraue. Wundern sich eher, dass ich mir das antun will und meinen ich soll froh sein, dass man das überlebt hat und jetzt sogar gehen kann, statt im Pflegebett zu liegen. Ärzte halt. Eine bestimmte Belastung ab wann der Knochen bei mir brechen könnte, können sie auch nicht vorhersagen. Also vorsichtig angehen.

    Man glaubt es kaum, aber wenn man Osteoporose hat, merkt man bei Überbelastung, dass es für den Knochen "kritisch" wird. Dann kann man das Gewicht abwerfen oder sofort die Bewegung beenden, bevor es zum Bruch kommt.

    Nun dachte ich erst Mal an ein Gerät, womit ich arbeiten kann. Habe mir die Kraftstationen in einem größeren Fachgeschäft angeschaut.

    Da fiel mir die Hammer / Finnlo Bio Force mit den Stickstoffzylindern auf. Der Vorteil für mich wäre hauptsächlich, dass die Gewichtstapelei mit den Stangen etc. wegfallen würde. Auch platzmäßig wäre sie für den Raum, wo sie hin soll passend. Ins Studio möchte ich nicht.

    Link der Bio Force: https://bio-force.finnlo.de/bio-force-extreme.html

    Maximale Belastung ist da ca. 120 kg. Für Bankdrücken ist das sicher kein Gewicht. Aber für solche Sachen, könnte ich mir später dann noch die Langhantel + Bank holen.

    Was hält ihr von dem Ding? Die Technik kenne ich aus meiner Jugend nicht. Da gab es nur die großen Kraftstationen und Hantelbänke.

    Ist das absolut gleichwertig, wenn ich an der Bio Force ein Gewicht von beispielsweise 15 kg für Bizeps-Training einstelle, als wenn ich mit einer 15 kg Hantel den Bizeps klassisch trainiere?

    Bei der Bio Force ist der Ausführungsweg nicht vorgegeben. An sich nicht schlimm, wenn man weiß, wie die Ausführung der Bewegung vonstatten gehen soll.

    Habe noch viele Bücher aus den 90ern, wo auch die Ausführung genau bebildert und beschrieben ist. Hat sich da wesentlich was verändert, so dass es sich lohnen würde neue Literatur dazu anzuschaffen oder kann man mit dem damaligen Wissen trainieren? Ist vielleicht ne blöde frage, aber könnte sein, dass man in der Zwischenzeit was rausgefunden hat, so dass man bestimmte Übungen in der Vergangenheit falsch und Schädlich für den Körper trainierte.

    Habe ich noch Etwas vergessen, was wichtig gewesen wäre?

    Sorry für den langen Text. Wollte genau beschreiben, was ich suche und möglichst viele Informationen geben.

    Danke für Eure Zeit und Eure Antworten.

    Grüße
    artur
    Geändert von kawakawa (11.01.2019 um 05:16 Uhr)

    •   Alt

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      Muskelbody.info
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  2. #2
    n rack, ne bank, ne langhantel, gewichte und evtl son verstellbares paar kurzhanteln wenn das geld da is

  3. #3
    Also zu deiner Frage zwecks den Büchern. Da sollte sich nicht wirklich etwas verändert haben. Der Körper ist immer noch der gleiche und die maßgeblichen Erkenntnisse sind lange vor den 90ern entstanden. z.B. alles was diese youtuber so von sich geben hat mein Vater vor 40 Jahren schon gewusst.
    Zu dem Gerät habe ich leider keine Ahnung.
    Ich finde es aber gut, dass du dich nicht ins Grab schonst, sondern nochmal etwas Lebensqualität aufbauen willst

  4. #4
    Danke für Eure Antworten.

    @ependinom: Aber eines würde mich interessieren. Warum wird ausgerechnet ein Rack immer wieder empfohlen, wenn Jemand nach einem Trainingsgerät fragt?

    @LordXerxes: Danke für die Info bezüglich der Literatur.

  5. #5
    weil ein rack dir eine vielzahl an moeglichkeiten bietet und gleichzeitig die maximale sicherheit

  6. #6
    Hi kawakawa, da hast Du ja Einiges durchmachen müssen, aber es ist klasse, daß Du Dich davon nicht unterkriegen läßt.

    Zur medizinischen Seite der Medaille ist zunächst einmal festzustellen, daß jede Ruhigstellung bzw. Nichtgebrauch der Skelettmuskulatur sehr schnell und unausweichlich zu einem rapiden Muskelschwund führt und zugleich auch die koordinativen Fähigkeiten sehr leiden. Der Zustand nach dem künstlichen Koma ist daher so leider normal, aber reversibel. Die Osteoporose dürfte hier mindestens durch gleich drei Faktoren induziert sein, zum Ersten durch die mangelnde Belastung, zum Zweiten durch die Kortikoidtherapie und zum Dritten durch einen Mangel an Vitamin D3 und Calzium infolge a) Mangel an UV-Einwirkung und b) Mangelernährung während der Zeit des Komas.

    Ich hoffe, daß Du jetzt ein Präparat wie Calcimagon D3 und auch Alendronsäure einnimmst, außerdem solltest Du Dich maßvoll mit möglichst viel freier Haut der Sonne exponieren, im Winterhalbjahr kann das auch die Sonnenbank sein. Die Entwicklung der Knochendichte sollte durch entsprechende Knochendichtemessungen im aktuellen Stadium zunächst mindestens jährlich geprüft und die Medikation ggf. angepaßt werden. Zur Einlagerung des Calcium bedarf es aber auch einer regelmäßigen Belastung des Skeletts. Die Belastung sollte schrittweise aufgebaut werden, und zwar unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Knochendichte. Die Leistungsfähigkeit der Muskeln läßt sich erheblich schneller steigern, als die Belastbarkeit der Knochen, daher ist da etwas Vorsicht geboten. Aus dem Kraftfortschritt der Muskeln läßt sich nämlich nicht auf die Belastbarkeit der Knochen schließen, was bei den Muskeln in Wochen vorwärts gehen kann, ist bei den Knochen eine Frage vieler Monate bis Jahre.

    Die erwähnten 120 kg im Bankdrücken beispielsweise solltest Du für die nächsten Jahre bei weitem nicht in Betracht ziehen, auch wenn das kraftmäßig machbar wäre. Du kannst mit dem Wissen von damals trainieren, denn das Rad wurde da nicht neu erfunden, mußt aber stets im Hinterkopf behalten, daß Deine gegenwärtige körperliche Ausgangslage Einschränkungen/Zurückhaltung erfordert, die Du damals nicht beachten brauchtest. Es hängt viel an den Fortschritten in Sachen Knochendichte, ich sehe da die Zeitschiene bis zum Erreichen einer normalen Belastbarkeit bei mindestens zwei bis drei Jahren, abhängig von aktueller Knochendichte und Therapie. Sollte da keine medikamentöse Behandlung wie genannt stattfinden, dann gehe Deinem Arzt auf die Eier. Die Knochenstruktur wird von der Natur her bis etwa zum 25. Lebensjahr ohne besondere Hilfsmittel aufgebaut, ab diesem Zeitpunkt zehrt der Körper für den Rest seines Lebens von dieser Basis. Ein Aufbau findet danach also durch normale Ernährung und körperliche Belastung nicht mehr statt, daher ist es erforderlich, mit entsprechenden Medikamenten künstlich aufzubauen. Nun hast Du doch noch ein wenig ärztliche Hilfe erfahren, denke ich.

  7. #7
    @ependinom: Aber eines würde mich interessieren. Warum wird ausgerechnet ein Rack immer wieder empfohlen, wenn Jemand nach einem Trainingsgerät fragt?
    Weil die Langhantel einfach einen Platz braucht auf dem sie abgelegt werden kann, du Sicherheit und all das bringt dir das Rack. Mit einer Langhantel, Rack und Gewichten kannst, wenns nicht gerade eine mega fancy Hurricane Deadlift mit Ausfallschrit und vierfacher Booty Anpress Übung ist, alles machen.

    Habe noch viele Bücher aus den 90ern, wo auch die Ausführung genau bebildert und beschrieben ist. Hat sich da wesentlich was verändert,
    Nunja, ich behaupte mal, auch damals hat sich die Thematik schon fast ausschließlich auf Heben, Drücken, Beugen, Ziehen beschränkt. Was anderes ists heute auch nicht. Natürlich gibts mittlerweile tiefere und massentauglich erklärte Erkenntnisse. Aber obs das irgendwem so wirklich einen Mehrwert bringt, bezweifle ich. Setze mal voraus, dass bei den Ausführungen auch kaum was anderes erklärt wird, als Pressatmung und Körperspannung als Grundlage, nebst Erhaltung der Spannung der Zielmuskulatur während des Satzes.
    Meiner Ansicht nach ist das einzige was in den letzten Jahren dazukam, war die "überraschende" Erkenntnis, dass sich der menschliche Körper einfacher tut, je beweglicher er ist. Aber das ist wohl eher der Tatsache geschuldet, dass die Menschheit heute mehr denn je an "Couchliegekoma" und "Sitzlägrigkeit" erkrankt ist.

    Ah doch, ein Update zu den Vor 2000 Erkenntnissen gibts Muskelkater nun kein Laktatüberschuss des Muskels, sondern vielleicht nun doch Risse im Muskel, aber nur vielleicht. ... vielleicht ists morgen nun doch schon wieder anders.

    pong

  8. #8
    Zitat Zitat von pong Beitrag anzeigen
    Vor 2000 Erkenntnissen gibts Muskelkater nun kein Laktatüberschuss des Muskels, sondern vielleicht nun doch Risse im Muskel
    Natürlich reichert sich temporär Laktat im Muskel an, insbesondere bei anaerober Energiegewinnung wie beim Krafttraining. Dieses wird aber recht schnell abtransportiert, sobald das Blut wieder normal im (entspannten) Muskel fließen kann. Das Laktat erzeugt während seiner Anwesenheit den bekannten brennenden Schmerz, der Muskel ist "sauer" geworden. Wenn man Okklusionstraining durchführt, vergrößert sich die Laktatlast im Muskel, was auch die enormen Schmerzen erklärt, die man spätestens im zweiten Satz des Okklusionstrainings verspürt, obwohl man doch viel geringere Arbeitsgewichte verwendet.

    Das saure Mileu, auch wenn es nur kurze Zeit währt, trägt mit zu den Mikrotraumen im Muskel, genauer an den Myofibrillen die sich aufspalten, bei. Ein Muskel der besonders "sauer" wird, hat in aller Regel mehr Muskelkater als ein Muskel der weniger "sauer" wurde. Nach dem Oklusionstraining erleben daher Viele den Muskelkater ihres Lebens, zumindest zu Beginn.

    Die mikroskopisch kleinen Verletzungen an den Myofibrillen sorgen dafür, daß sich ihre Zahl erhöht und sind Teil des Konzepts der Natur, auf Belastungen mit Kraft- und Massezuwachs zu reagieren.

    Kawakawa wäre das Okklusionstraining nach der unmittelbaren Wiedereinstiegsphase sogar besonders zu empfehlen, da er relativ schnell wieder über eine Kraft verfügen wird, die er im Training aber nur teilweise einsetzen darf. Mit dem Training unter Okklusion sinkt das Arbeitsgewicht drastisch, obwohl der Muskelaufbau sogar forciert wird. So stört es nicht, daß höhere Gewichte erst einmal tabu sind.

  9. #9
    Hallo robert234,

    da Du vermutlich Arzt bist oder einen medizinischen Beruf hast, kann ich kurz ausführen was passiert ist.

    Ich habe / hatte Morbus Crohn, der recht schwer beherrschbar war.

    D.h. Therapie mit Prednisolon ab 50 mg / Tag, Budesonid 9 mg, MTX 7,5 - 20mg und Adalimumab 80 mg / Woche, das alles *gleichzeitig* brachte nicht mal den erhofften Erfolg.

    Somit Nahrungsaufnahme unter aller kanone. Ich konnte Kalcium, Eiweiß essen ohne ende. Nur kam im Blut davon nichts an. Immer Werte knapp unter dem minimum Referenzbereich.

    Durch ca. 15 Jahre lange dauerhafte Prednisolon Einnahme entwickelte sich irgendwann eine ausgeprägte Osteoporose. Knochendichte ergab einen T-Wert von -4,3 in der Lendenwirbelsäule. Im Becken etwas besser.

    Da kriege ich Sprüche beim Röntgen zu hören, mein Skellett würde wie aus Glas auf dem Bild aussehen und man würde maximal alle 3000 geröntgte Patienten sowas sehen wie bei mir, aber dann auch nur bei über 80 Jährigen.

    2008 gab es dann Wirbelkörpersinterungen der Böden und Deckenplatten. Immerhin keine richtigen Brüche. Aber dafür an L1-L4, den unteren fünf BWK und dem BWK4. Hat mich insgesamt 5-6 cm Körpergröße gekostet.

    Seit damals aber keine neuen Sinterungen, aber dank weiterer Prednisolon-Therapie (weil es keine Alternative gab, ausser dem Crohn freien Lauf zu lassen), ist der T-Wert bei der Knochendichtemessung vor paar Jahren nicht gesunken. Aber es gab seit 2008 auch keine neuen Brüche mehr.

    Jetzt kriege ich natürlich von den Ärzten diverse Aussagen.

    Von: Sie können froh sein nicht im Rollstuhl zu sitzen. Wenn sie irgendwo stolpern und fallen, könnte ein Wirbelkörper ungünstig brechen und sie könnten danach gelähnt sein.

    Bis: Gehen sie trainieren und passen auf sich auf.

    Das Koma passierte wegen einer Lungenentzündung. Dank obiger Medikation funktionierte das Immunsystem nicht mehr so super. Während dem Koma gab es 4 Mal Sepsis (1x pro Woche), Lungenversagen mit ECMO-Anlage, Nierenversagen mit paar Wochen Dialyse, beginnendes Leberversagen, wegen der Medikation im Koma (teilweise wurden Antibiotikaspiegel vom 8-fachen des maximal zulässigen Serumspiegels gefahren, Katecholamine ebenso). Aber ich wollte das auch so: Ich sagte mal meiner Frau, dass ich in so einem Fall lieber an den Medikamenten sterbe, als an der Krankheit. Da sie an der Klinik dort wo ich lag arbeitete, war dann so eine Therapie auch machbar, wo man normalerweise als Intensivmediziner gesagt hätte, dass man die Grenze der ethischen Behandlung längst überschritten hat.

    Letztlich hat das Immunsystem völlig versagt. Aber erst komplett, nachdem ein Antibiotikum verwendet wurde, dass als eines der letzten zugelassen wurde und als Nebenwirkung bei 30% der Patienten eine Schädigung des Knochenmarks verursachen sollte. Natürlich passiert das auch bei mir. Keine Leuko-Bildung mehr, nur noch defekte und unter 800 Stück, wobei 4000 das Minimun wären. Mit Neupogen konnte man dann das Knochenmark zur Bildung neuer Leukos anregen. Dann ging es gleich in die andere Richtung, Leukos bei knapp 100.000 und die Lungenentzündung war innerhalb weniger Tage weggeputzt.

    Seit dem ist der Crohn weg. Auf Holz klopf. Erklärt wird das, wenn man sich meine Akte und die Blutbilder darin anschaut, dass es so aussieht, als sei das Immunsystem komplett zusammengebrochen und mit dem Neupogen neugestartet worden. Es scheint diese fehlgeleiteten Leukos nicht mehr zu produzieren, die für die Immunerkrankung normalerweise zuständig sind.

    Das ist jetzt bald drei Jahre her. Keine Crohn Symptome. Keine Crohn Medikamente. Spiegelung und Biopsien ohne jeglichen Anhalt auf eine CED (völlig im Gegensatz zu den Spiegelungen, die während der Erkrankung gemacht wurden). 15 Jahre Leben in der Mülltonne. Aber auch 15 Jahre Hölle zu Ende. Hoffentlich bleibt das so...

    Nun scheint die Aufnahme von Eiweiß und Kalcium wieder normal zu funktionieren.

    Gegen die Osteoporose habe ich früher Aclasta bekommen. Das ist eine Infusion von den Bisphosphonaten, die ein mal Jährlich gegeben wird.

    Calcium und D3 natürlich auch dauerhaft und auch jetzt.

    Frage ist für mich, ob ich jetzt bezüglich der Osteoporose die konventionelle Hormontherapie wählen sollte, die ja nicht völlig Nebenwirkungsfrei ist und (vor allem) die Wirkung überschaubar ist, oder doch besser gleich das neue Denosumab (Prolia) probieren sollte. Prolia ist zwar nur für Frauen zugelassen, jedoch in USA und CH auch für Männer. Ich denke nicht, dass es für meinen Arzt ein Problem sein wird, einen Off-Label-Use zu begründen. Das wäre nicht das erste Mal bei mir und bei meiner Diagnosenliste.

    Allerdings kenne ich das Medikament gar nicht, auch seine Nebenwirkungen nicht (wahrscheinlich wie bei jedem "...mab" wird das Spektrum von "passiert nix" bis "Leberversagen nach erster und einziger Gabe" reichen - wie bei Adalimumab (Humira) auch)-

    Kennst Du dieses Medikament zufällig? Was würdest Du für eine Therapie empfehlen, wenn Bisphosphonat und Calcium+D3 nicht ausreichend wirken?

    Das Prolia verspricht auch den Aufbau von Knochenmasse im höheren Alter. Nicht nur die Verhinderung von noch mehr Verlust an Knochenmasse, was die Bisphosphonate eigentlich machen.

    Danke auch für Deine Ausführungen zum Thema Muskulatur, Training und Knochenaufbau. Ich werde es beim Training nicht übertreiben. Neue Brüche riskieren möchte ich nicht.

    Bezüglich des Racks habe ich so meine Zweifel. Ich muss im Fall der drohenden Verletzung das Gewicht schlagartig "beseitigen" können. Ich schrieb oben, dass ich es merke, wenn der Knochen überlastet wird. Eine Langhantel kann ich nicht einfach so fallen lassen. Ein Seilzugsystem schon - da mache ich die Hand auf und das Ding schnappt von mir aus irgendwohin. Die Hantel muss ich erst mal wenigstens in Richtung des Ablageplatzes hinbewegen. Einfach Hand öffnen ist nicht. Zumindest stelle ich mir das so vor.

    Das Okklusionstraining habe ich mir auch angeschaut. Das ist leider genau das, was man bei mir auf Grund meiner tollen Venen versucht zu vermeiden. Bei mir nimmt man inzwischen Blut ohne Stauung ab, weil sonst zu oft die Venen platzen. Vor einem Jahr wurde beispielsweise mal wieder gegen meinen Rat, eine Vene zum Blutabnehmen gestaut. Ca. 40 Sek. danach, gab es daumengroße schwarze Ergüsse entlang der Vene ab der Stauung bis zum Handgelenk. Dauerte fast ein halbes Jahr, bis die blauen Flecken einigermaßen verschwunden waren. Was mit der Vene ist, keine ahnung. Man sieht sie ziemlich schwach und blass. So wie davor ist sie nicht mehr. Daher weiß ich nicht, ob durch das Okklusionstraining evtl. das gleiche Problem ausgelöst werden könnte.

    Wird denn beim Okklusionstraining auch so stark gestaut wie beim Blut abnehmen oder dürfte das Stauen beim Training auch für "empfindliche" Venen unbedenklich sein?

    Die Venen waren schon immer das Problem. Auch bei der ECMO Anlage war es eines der Hauptprobleme. Zum Glück war ich da nicht mehr bei Bewusstsein und musste das nicht live miterleben.

    Sorry dass es so lang wurde. Aber ich dachte, mit der ganzen Geschichte, kann man die Situation besser einschätzen.

    Danke Dir für Deine Antwort.

    Grüße
    artur

  10. #10
    Hi Artur,

    Morbus Crohn gehört zur Gruppe der Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise auch Rheuma, entsprechend sah Deine Behandlung über eine sogenannte Basistherapie aus Prednisolon, MTX usw. auch aus wie bei einem Rheumatiker. Die erheblichen Nebenwirkungen der Basistherapie sind bekannt, gleichwohl fehlt es jedenfalls im jetzigen Zeitpunkt nach wie vor an therapeutischen Alternativen.

    Deine derzeitige Knochendichte ist natürlich unter aller Sau und daran muß unbedingt gearbeitet werden. Den Punkt mit der Sonnenlichtexposition hatte ich schon angesprochen, zum Calcium und Vitamin D3 müßte zusätzlich ein Mittel wie die genannte Alendronsäure oder ein anderes Bisphosphonat oder das von Dir angesprochene Prolia hinzukommen. Es stimmt, Prolia wäre bei Dir nur als off label use einsetzbar, aber bei dieser Befundlage sehe ich da keine Probleme. Jedoch muß zwingend sowohl bei Bisphosphonaten wie auch beim Prolia vorher ausgeschlossen werden, daß der Serumcalciumspiegel zu niedrig ist (Hypocalcämie). Prolia ist ein Antikörper-Präparat und wirkt hochselektiv, die möglichen Nebenwirkungen sind recht ähnlich denen bei den Bisphosphonaten, jedoch habe ich da Bedenken mit Blick auf den Morbus Crohn. Studien finde ich dazu zwar nicht, aber ich würde dennoch erst einmal einen anderen Wirkstoff versuchen. Im Hinblick auf Morbus Crohn wäre aus meiner Sicht der Wirkstoff Teriparatid (Handelsname: Forsteo) unkritischer, allerdings müßte da täglich eine Injektion erfolgen (kann der Patient selbst). Leider kostet da eine Einzeldosis meiner Erinnerung nach gut 625 €, aber das ist ja nicht Dein Problem. Zur Behandlung einer durch eine systemische Langzeit-Glukokortikoidtherapie wie bei Dir verursachten Osteoporose ist das Präparat zugelassen (auch bei Männern).

    Daneben solltest Du besonders auf die Ernährung achten, möglichst keine Cola, Kaffee und Schwarzen Tee nur in Maßen, maßvoll rotes Fleisch, eher fettarme Speisen, viel Milchprodukte (idealerweise Sojamilch), viel frisches rohes Gemüse und Obst mit Fokus auf Aufnahme der Vitamine A und C. Bei der täglichen Proteinzufuhr solltest Du in etwa 130 g/d anstreben, vorausgesetzt Deine angegebenen 100 kg Körpergewicht stimmen. Solltest Du rauchen, bitte unbedingt damit aufhören.

    Angesichts Deiner aktuell miesen Knochendichte müßten die derzeit in Betracht zu ziehenden Arbeitsgewichte noch zurückhaltender sein, als ich das zunächst ohne die Kenntnis der Details vermutet habe. Das kann dann erst allmählich gesteigert werden. Für die Beine wäre sogar ein Ergometer erstmal sinnvoller und sicherer, als ein originäres Kraftsportequipment. Bei dem Rack muß man unterscheiden, da gibt es zum Einen solche Half Cage Racks, und dann solche die einem Käfig ähneln. Letztere haben nicht nur diese verstellbaren Ablagen für die Hantelstange, sondern zusätzlich seitlich höhenverstellbare Sicherheitsablagen, die auch eine abgeworfene Hantel fangen und so Verletzungen oder einen beschädigten Fußboden verhindern. Die Hantelbank ist in beiden Fällen separat und wird einfach vor bzw. in das Rack gestellt. Für die käfigartige Rackversion sind ab 200 € zu berappen, mit Features wie Klimmzuggriffen, integriertem Zugturm oder Dipsstangen wird es ggf. auch teurer.

    Angesichts Deiner geschilderten Venenprobleme scheidet das Okklusionstraining aus. Was hältst Du von Schwimmen? Hast Du dafür eine Möglichkeit? Das wäre jetzt zum Einstieg eigentlich das Allerbeste. Und das Allerschlechteste nenne ich auch gleich, das wäre ein zu großer Ehrgeiz möglichst schnell beim Training voranzukommen, denn das mit dem Wiederaufbau der Knochen erfordert Jahre. Das von mir genannte Präparat ist maximal 2 Jahre am Stück einzusetzen und läßt in dieser Zeit ungefähr eine Verbesserung der Knochendichte um 13 bis 16% erwarten, womit ein Rückgang des Frakturrisikos speziell an den Wirbelkörpern von etwa 70% einhergeht. Trotz dieser beachtlichen Verbesserungen wärest Du dann aber immer noch nicht im Bereich der Normalität und vollen Belastbarkeit, gleichwohl wirst Du im Alltag deutlich besser dastehen.
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    Geändert von robert234 (16.01.2019 um 18:36 Uhr)

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